06. Juli 2018

Harmonie von Proportionen gilt auch im Garten

Die meisten Menschen haben ein Gespür dafür, wie man im Haus Formen kombiniert und dimensioniert, im Garten dagegen scheint ihnen diese Fähigkeit auf einmal verloren zu gehen, obgleich der Gestaltungsprozess im Wesentlichen der gleiche ist. Harmonische Proportionen spielen in der Gartengestaltung aber eine ebenso wichtige Rolle wie auf jedem anderen Gebiet des Designs.

Grundsätzlich gilt, dass die gleichen Masse im Freien wesentlich kleiner wirken als in Innenräumen. Dieses vollkommen andere Raumgefühl entsteht dadurch, dass das Auge draussen wesentlich grössere Bezugsgrössen vorfindet: Bäume, Nachbarhäuser, Landschaftsausblicke, die Weite des Himmels. In geschlossenen Räumen ist der Blick dagegen immer durch Wände begrenzt und die Bezugsgrössen – Möbelstücke und Zimmerhöhe - sind demzufolge wesentlich kleiner.

Ein Garten wirkt überzeugend, wenn die Proportionen stimmen. Ob sanft geschwungen oder streng geometrisch, ob klar und offen oder geheimnisvoll verwunschen – ein schlüssiges Raumkonzept ist für alle Gartennutzer spürbar, unabhängig von der Stilrichtung der Gartengestaltung. In jeder Umgebung, auf dem Land wie in der Stadt, wird die Grösse der in der Gestaltung verwendeten Formen durch das Gebäude bestimmt, denn die Proportionen eines Gartengrundrisses sollten immer mit den Proportionen des Hauses harmonieren. Auf einem Plan können bauliche Elemente, Zäune und Pergolen sowohl im Massstab als auch in den Proportionen ausgearbeitet und übertragen werden. Dagegen lassen sich Pflanzen, Bäume und Sträucher problematischer in dem Plan integrieren. Bei der Wahl der Pflanzen sind die Proportionen eines Gartens und die endgültigen Höhen und Breiten der Pflanzen zu berücksichtigen.

Eine gut in den Proportionen gestaltete Fläche wirkt ruhig und ausgeglichen. Das bedeutet, dass die verschiedenen Elemente, Bepflanzung und Konstruktionen, sowohl horizontal als auch vertikal in der richtigen Grösse zueinander und auf den gesamten Garten abgestimmt sind. So kann eine grosse Kastanie oder übergrosse Hecke ein Haus oder einen Garten optisch erdrücken. Wogegen sehr kleine Blumenbeete, die von einer grossen Rasenfläche begrenzt werden, verloren wirken können. Auch ein enger schmaler Gartenweg kann grotesk und unproportioniert wirken.

Auch Pflanzgefässe können Räume bilden, Durchgänge betonen und bereiten den Pflanzen die Bühne für den grossen Auftritt vor, wenn die Struktur und das Verhältnis zwischen der Grösse der Pflanze und dem Gefäss stimmen.

Mit dem sachkundigen und ideenreichen Gartendesigner holen Sie sich dieses Wissen und viel Kreativität des Gartenprofis ins Haus. Er gibt ihnen als Experte exklusive Tipps zur Gestaltung ihres Gartens und achtet auf optimale Proportionen. Nutzen Sie diese Kompetenz für Ihren Aussenraum, in dem Sie sich wohlfühlen werden.

Schon die grossen architektonischen Gärten des 16. und 17. Jahrhunderts  bauten auf einem geometrischen Grundriss auf. Sie bildeten eine Erweiterung des Gebäudegrundrisses in den umgebenden Freiraum. Die Gestalter der grossen klassischen Gärten spielten und veränderten die natürliche Perspektive, um dem Freiraum optisch bessere Proportionen zu verleihen.

Gliederung in Teilräume

Zu grosse oder lang gestreckte Grundstücke können durch Aufteilung in mehrere kürzere, hintereinander angeordnete Teilräume, gegliedert werden. Unterschiedliche Bodenbeläge und grüne Zwischenwände geben solchen Gärten bessere Proportionen.

Streifen

Querstreifen wirken auf das Auge verbreiternd und längs Angeordnetes macht lang. Entsprechend dieser Wirkungen können Sie auch die Bodenbelagsmuster in Ihrem Garten aussuchen oder die Anordnung der Pflanzungen gestalten.

Optische Täuschung

Das Verschmälern von Wegen nach hinten oder das Verschwindenlassen eines Weges hinter einer Strauchpflanzung ist ein weiterer Trick, den Garten perspektivisch zu vergrössern. So können Sie vortäuschen, der Garten ginge an dieser Stelle weiter.

Farben

Auch Farben haben unterschiedliche Tiefenwirkungen. Beispielsweise treten kühle und blasse Farben scheinbar in den Hintergrund zurück, wogegen warme, leuchtende Töne stärker hervorkommen.

Blickpunkte schaffen

Selbst in kleinen Gärten ist die Möglichkeit gegeben, Blickpunkte zu schaffen wie z.B. durch Kübelpflanzen, einer Statue oder durch interessante Gefässe, welche allesamt die Neugier des Betrachters wecken. In grösseren Gärten kann der Besucher durch einen Sitzplatz, eine Laube oder einen Pavillon zum Verweilen aufgefordert werden. Falls möglich, sollte auch die ausserhalb des Grundstücks liegende Umgebung mit einbezogen werden. Der Blick auf ein schönes Bauwerk oder die Landschaft sollte also nicht unbedingt zugepflanzt werden, wohingegen störende Aussichten sich mit höheren Sträuchern und Bäumen abschirmen lassen.

 

Weitere Informationen:
AMATI AG, 9493 Mauren
kontakt@amati.li

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