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Die reibungslose Wohnungsabnahme
Die reibungslose Wohnungsabnahme
12. März 2026 | Immobilien

Die Wohnungsabnahme bildet den formellen Abschluss eines Mietverhältnisses. Sie entscheidet darüber, ob das Mietzinsdepot vollständig zurückerstattet wird oder ob Nachforderungen entstehen. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Vorbereitung, denn viele Beanstandungen betreffen Details, die im Alltag wenig Beachtung finden.

Reinigung als häufigster Streitpunkt

In der Praxis zeigt sich, dass ungenügende Reinigung einer der häufigsten Gründe für Diskussionen ist. Dabei geht es nicht nur um sichtbare Sauberkeit, sondern um eine gründliche Reinigung sämtlicher Bauteile und Installationen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Küchengeräte. Der Dunstabzug ist vollständig zu entfetten, Filter sind – sofern erforderlich – zu ersetzen. Backofen, Bleche und Gitter müssen rückstandslos gereinigt sein. Auch Kühlschränke inklusive Dichtungen und Ablaufrinnen werden bei der Abnahme kontrolliert.

Oft unterschätzt werden Fensterrahmen, Rollläden, Storen sowie Lüftungsgitter. In Nasszellen führen Kalkablagerungen an Armaturen, Duschtrennwänden oder Lavabos regelmässig zu Beanstandungen. Ebenso wichtig sind gereinigte Abflüsse und Siphons, da Geruchsbildung als Mangel gilt.

Eine professionelle Endreinigung mit Abgabegarantie kann sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch, dass der Leistungsumfang klar definiert ist und sämtliche Räume sowie Nebenflächen umfasst.

Normale Abnutzung und übermässige Schäden

Nicht jede Gebrauchsspur stellt einen ersatzpflichtigen Schaden dar. Bauteile und Oberflächen unterliegen einer normalen Abnutzung, die mit der Dauer des Mietverhältnisses zunimmt. Leichte Kratzer im Parkett, geringfügige Verfärbungen oder kleine Druckstellen gelten in der Regel als üblich.

Anders verhält es sich bei tiefen Kratzern, Brandlöchern, stark beschädigten Wänden oder unsachgemäss verschlossenen Dübellöchern. Hier kann eine Kostenbeteiligung verlangt werden. Zur Beurteilung der Verhältnismässigkeit dienen Lebensdauertabellen, wie sie unter anderem der Hauseigentümerverband Schweiz publiziert. Sie geben Auskunft über die durchschnittliche Nutzungsdauer von Bauteilen und ermöglichen eine anteilsmässige Berechnung allfälliger Ersatzforderungen.

Kleinunterhalt vor dem Auszug prüfen

Vor der Abnahme empfiehlt sich eine gründliche Eigenkontrolle. Funktionieren Lichtschalter, Steckdosen und Rollläden einwandfrei? Sind Wasserhähne entkalkt? Wurden Dübellöcher fachgerecht verschlossen und farblich angepasst?

Solche Unterhaltsarbeiten fallen in den Verantwortungsbereich der Mieterschaft und lassen sich vor dem Termin meist kostengünstig erledigen. Werden Mängel erst bei der Abnahme festgestellt, können daraus zusätzliche Aufträge und entsprechende Kosten entstehen.

Dokumentation schafft Klarheit

Grundlage jeder Abnahme ist der Einzugsrapport. Er dokumentiert den ursprünglichen Zustand der Wohnung und dient als Vergleichsbasis. Eine frühzeitige Durchsicht dieses Protokolls hilft, allfällige Unklarheiten zu erkennen.

Ein Vorabnahmetermin kann sinnvoll sein, um offene Punkte rechtzeitig zu klären. Zudem ist darauf zu achten, dass sämtliche Schlüssel – auch nachgemachte Exemplare – vollständig zurückgegeben werden. Fehlende Schlüssel können den Austausch von Schliesszylindern oder Anlagen erforderlich machen. Diese Kosten werden im Normalfall der Mieterschaft verrechnet.

Sorgfalt im Detail

Eine gut vorbereitete Wohnungsabnahme reduziert das Konfliktpotenzial erheblich. Wer Reinigung, Unterhalt und Dokumentation ernst nimmt, schafft transparente Verhältnisse und trägt zu einem fairen Abschluss des Mietverhältnisses bei. Sorgfalt im Detail ist dabei der entscheidende Faktor.

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